(3) Kakaobeschaffung
Da Kakao nicht im Aztekenreich wuchs, welches sich in den Hochlagen Mexikos befand, musste er von woanders beschafft werden, nämlich aus den tropischen Regionen des Mayareiches, besonders aus Tabasco, das an der Südküste des Golf von Mexiko liegt, Weitere große Kakaoanbaugebiete lagen an der Südwestküste des heutigen Guatemala, ansonsten gab es noch ein paar kleinere Produktionsstätten wie zum Beispiel an der Südostküste des Mexikanischen Golfs und an der Westküste Mexikos. Die Pochteca, die Fernhandelskaufleute der Azteken kümmerten sich um die Beschaffung. Dies war jedoch sehr schwer, da den Azteken wie allen anderen amerikanischen Indianern das Rad völlig fremd war. Die Reise war sehr gefährlich, sodass die Pochteca, wahrscheinlich weil die Azteken so ein unbeliebtes Volk waren, nicht selten Kämpfe mit anderen Völkern und Gruppen hatten, weshalb sie als Krieger betrachtet wurden und es ihnen gestattet war Kakao zu trinken. Die Pochteca legten die ganze Strecke zu Fuß zurück, meistens hatten sie einige hundert Lastträger dabei, die im Schnitt 3 Xiquipilli (1 Xiquipilli=8000) also 24000 Kakaobohnen transportierten. Die Strecke hing ganz von dem Anbaugebiet ab in das sie wollten. Wenn sie in die Nächstgelegenen wollten mussten sie eine Reise von ca. 200 km auf sich nehmen, wenn sie in die Haupanbaugebiete wollten mussten sie 400-800km zurücklegen. Des weiteren kamen gelegentlich auch Maya-Händler, die den Pochteca gleichgestellt waren, ins Aztekenreich um mit Kakao zu handeln. Da die Azteken ein sehr kriegerisches Volk waren unterjochten sie oft andere Völker, und zwangen diese zu Tributzahlungen, die meistens aus Kakao bestanden. Doch warum unterwarfen dieses so geschickte Kriegervolk nicht einfach die Maya? Ganz einfach: Es war im Interesse beider Völker diese Handelsbeziehung fortzusetzen.
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