Exotische Samen  

Ananas
Ananas comosus


 
Synonym:
Ananas sativus

Familie: 
Bromeliaceae
Bromeliengewächse

weitere Namen:
pineapple (en), ananas (fr), abacaxi (pt), ananás (pt), piña (es)

  Pflegefaktor: Mittel
Standort: Sonnig
Bevorzugte Vermehrung: Vegetativ
Fruchtansatz: unter guten Bedingungen möglich
Auspflanzen möglich bis: USDA Zone 11a (4,3°C)

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Anbaugebiete:

Die Heimat der Ananas liegt im tropischen Südamerika. Heute sind zahlreiche Sorten über den gesamten tropischen Raum verteilt. Sie werden meist in großen Plantagen angebaut und sind bedeutend für den Welthandel.

Ananas - Ananas comosus

Fruchtende Ananas im Topf welche im Sommer auf der Terrasse ihren Platz gefunden hat (Österreich).

Wuchs:

Die Blätter der Ananas werden bis zu 1m lang und bilden eine Blattrosette mit Mitteltrichter. Sie sind fest, gebogen und oft bedornt. Auf der Blattoberseite sind die gräulichen Saugschuppen angeordnet, wodurch Wasser aus der Luft aufgenommen werden kann. Um dies zu ermöglichen, sollte die Luftfeuchtigkeit über 60% liegen.

Die Pflanze erreicht eine Höhe von 50cm bis 2Metern. Eine ausgewachsene Pflanze beansprucht, mit einem Durchmesser von über einem Meter, einigen Platz.

Der Blütenstiel wächst aus dem Mitteltrichter heraus und wird etwa 30cm lang. Es entstehen etwa 200-350 blauviolette rohrförmige Einzelblüten. Zur Befruchtung ist keine zweite Pflanze notwendig, die Frucht wird auch ohne Bestäubung gebildet. (parthenokarpe Frucht; parthenos = Jungfrau, karpos = Frucht)

Ananas - Ananas comosus

Die blau/lila Einzelblüten sind zu einem Blütenstand zusammengefasst und aus ihnen entwickelt sich später die Frucht.

Standort:

Sommer Hohe Temperaturen und volle Sonne sagen der Ananas zu.
Winter Im Winter ist für die Ananas Ruhezeit angesagt, da es an Wärme und Licht fehlt. Es ist darauf zu achten, dass wenig gegossen wird und der Standort möglichst hell ist.

Ananas - Ananas comosus

Zur vegetativen Vermehrung vorbereiteter Blattschopf: 1) Restlos entferntes Fruchtfleisch im unteren Teil
2) Bereich mit abgezogenen Blättern in dem die Sprosspunkte zum Vorschein kommen
3) Verbleibenden Blätter
4) Abgenommene Blätter

Anzucht / Vermehrung:

Vegetative Vermehrung
Um die Ananas zu vermehren besorgt man sich einfach eine Ananasfrucht. Diese sollte nicht gefroren worden sein (Transport, Lagerung) und möglichst frische und saftige Blätter haben. Man schneidet den Blattschopf und einige Zentimeter Fruchtfleisch mit einem Messer ab. Anschließend entfernt man vorsichtig das Fruchtfleisch rund um den Stiel, an dem die Blätter sitzen. Dieser Stiel wird bis kurz unter die erste Blattreihe gekürzt. Nun werden die untersten 2-4 Blattreihen nach unten abgezogen. Wenn dies geschehen ist, werden einige erhabene Stellen am neuentstandenen Stiel sichtbar. Diese kleinen Erhebungen sind Sprosspunkte und somit jene Stellen, an denen später die Wurzeln ausschlagen. Hätte man die untersten 2-4 Blattreihen nicht abgezogen, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass der Blattschopf Wurzeln schlägt viel geringer.
Der so vorbereitete Ananasschopf kann nun entweder direkt in die Erde gesetzt oder erst in einem Glas mit Wasser bewurzelt werden.

Anzucht aus Samen
Ja, das geht. Die Ananas Anzucht aus Samen ist jedoch schwieriger und langwieriger als die vegetative Vermehrung und wird deswegen kaum angewendet. Zudem entstehen keine sortenreinen Pflanzen und die Dauer von der Pflanze bis zur reifen Frucht ist in der Regel um einiges länger. Interessant ist die Anzucht aus Samen für denjenigen, der neue Sorten züchten möchte oder die Entwicklung einer Ananas Pflanze von Anfang an erleben will.
Die Samen befinden sich ca. 5 bis 15mm unter der Fruchtschale. Meistens werden sie unbeachtet weggeschält. Sie sind rotgelblich bis dunkelbraun gefärbt, etwa 2mm lang und 1mm breit. Die Anzahl kann von Frucht zu Frucht variieren. Einige Früchte haben gar keine Samen, andere wiederum haben 30 Stück oder mehr. Bei der Fruchtwahl sollte man große und reife Früchte bevorzugen, da diese meist samenreicher und die Samen gut ausgereift bzw. keimfähiger sind.
Die Samen werden aus der Frucht entnommen, gewaschen und können einen Tag zum Trocken aufgelegt werden oder direkt für 24 Stunden in Wasser gelegt werden. Im Anschluss werden sie auf feuchter Anzuchterde ausgestreut, leicht angedrückt und bei 20-30°C unter einer Folie oder in einem Gewächshaus gehalten. Die Keimzeit beträgt wenige Tage bis mehrere Monate. Meistens dauert es etwa 2 Monate und die Keimrate liegt bei etwa 50%, manchmal höher.



Ananas - Ananas comosus

Die kleinen Samen der Ananas sitzen unter der Schale und werden oft übersehen.
Ananas - Ananas comosus

Die Samen keimen unter guten Bedingungen recht zuverlässig (Alter: 2 Monate)

Substrat:

Substrat, welches Wasser gut ableitet, ist geeignet für die Ananas. Geringer Torfanteil und eine Menge Quarzsand sind die richtige Mischung.

Ananas - Ananas comosus

Vegetative Vermehrung: Vom Blattschopf zur Ananaspflanze (obere Reihe), Fruchtentwicklung: Von der Blüte zur Frucht (untere Reihe)

Gießen:

Es soll regelmäßig mit Regenwasser oder kalkfreiem Wasser gegossen werden. Vermeiden Sie aber unbedingt Staunässe, denn darauf reagiert die Ananas sehr empfindlich. Wenn es einmal etwas trockener ist, macht ihr das weniger aus, da sie über die Blätter Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann.

Ananas - Ananas comosus

Im Glashaus gehaltene Ananas (Linz/Österreich)
Ananas - Ananas comosus

Frucht einer im Kübel gehaltenen Ananas die im Sommer kurz vor dem Ausreifen steht (USDA Zone 7).

Düngen:

Im Sommer kann alle 2 Wochen gedüngt werden. Hoher Phosphatgehalt, der die Fruchtbildung fördert, ist die beste Wahl.

Ananas - Ananas comosus

Jener mittlere Teil der die Frucht getragen hat stirbt nach der Ernte langsam ab (3). Die Pflanze hat jedoch mehrere Möglichkeiten sich über Schösslinge vegetativ zu vermehren. (1) Wurzeln, (2) Strunk. Rechts: Querschnitt durch eine Ananaspflanze.



Fruchtbildung / Ernte:

Bei uns ist frühestens nach 1 bis 4 Jahren mit der Blüte zu rechnen. Aus dieser Blüte entsteht ohne jegliches Zutun die Frucht, welche in 3 bis 8 Monaten ausreift. Früchte, die im Sommer reifen, sind im Geschmack viel aromatischer als jene die über den Winter reifen. Wenn die Frucht reif wird, färbt sie sich gelb und beginnt intensiv zu duften. Abschneiden kann man sie, wenn das Fruchtfleisch auf Fingerdruck nachgibt. Die selbst gezüchteten Früchte schmecken meist besser als die gekauften Früchte, da diese meist grün geschnitten wurden. Die Mutterpflanze stirbt langsam ab und bildet in dieser Zeit seitlich Schösslinge aus. Diese können abgenommen werden und auf die gleiche Art wie der Blattschopf wieder eingepflanzt werden.

Ananas - Ananas comosus

Ananas am Naturstandort mit reifer Frucht. Gut erkennbar sind die beiden Schösslinge an der Fruchtbasis die sich ebenfalls zur Vermehrung eignen.

Fruchtnutzung:

Die Früchte werden vor allem frisch gegessen. Darüber hinaus werden sie zu Konservenobst, Marmeladen, Saft, Eis, Essig und Wein verarbeitet.

Ananas - Ananas comosus

In vielen tropischen Gebieten kommt man auf den lokalen Märkten zu gold-gelb ausgereiften Früchten mit herrlichem Geschmack.


Schädlinge:

Trauermücke

weiter Schädlinge


Gefahrenhinweis:

Verletzungsgefahr wegen kleiner Haken an den Blättern. Auch die Blattspitze sollte man nicht ins Auge bekommen.

Ananas - Ananas comosus

In unsere Supermärkte kommen nur wenige ausgewählte Ananassorten. Es gibt jedoch viele andere die nur lokal in den Anbauländern genutzt werden, wie diese birnenförmige Frucht in der Karibik.

Gattungsinfo:

-
 
Ananas ssp.
Die Art Ananas comosus umfasst eine Vielzahl an Sorten mit unterschiedlichen Pflanzen-/Fruchtformen und -größen.
Ananas bracteatus
Art mit sehr dekorativen Blättern und Früchten (rosa/weiß/grün)
Ananas nanus
Wenigblütige Art, mit geringer Wuchshöhen aber sehr dekorativem Aussehen




Ananas nanus durch die kleine Wuchsform sieht diese Art besonders niedlich aus und wird gerne für Dekorationszwecke genutzt.


Ananas nanus ist eine kleinwüchsige Art mit wenigen Blüten

Ananas - Ananas comosus

Eine viel fachgeschätzte Art ist Ananas bracteatus, die durch ihre weiß/grün/rosa geschreiften Blätter und die pinken Früchte auffällt.


Text: Dominik Wieder

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